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  • LOTHAR QUINTE

    Lothar Quinte (1923 – 2000) gehörte nach dem zweiten Weltkrieg zu Deutschlands Avantgarde. Immer darauf bedacht, sich gegenüber seinen Vorgängern wie Willi Baumeister oder Fritz Winter abzugrenzen, fand er schnell zu seinem eigenen Stil, der sich im weitesten Sinne wohl als Mischung zwischen Konkreter Kunst und Op-Art bezeichnen lässt und der Düsseldorfer Gruppe ZERO sehr naher steht. Der Künstler spricht von seinen Werken als sehr persönliche Stücke, obwohl der Betrachter wohl nur schwerlich konkrete Informationen aus den Bildern ziehen kann. Vielmehr sind es kontemplative Momente, die der Künstler dem Betrachter offenbart. In möglichst reduzierter Form und Farbe sucht der Künstler nach einem umso klareren Ausdruck. Die Farbpalette beschränkt sich bei Quinte auf meist nur zwei bis drei Farben, die er oft Linear oder Kreisförmig auf die Leinwand bringt und dadurch einen Dreidimensionalen Raum erzeugt, der ebenso auf den Raum des Betrachters ausstrahlt. Dabei kommt es bei Diesem zu ungewohnten Blickwinkeln und teilweise sogar optischen Bewegungen im Bild, wie es für die Op-Art typisch ist.

    Besonders hervorzuheben ist Quintes Beschäftigung mit dem sakralen Raum. Unter anderem schuf der Künstler für den Lübecker Dom und die Kapelle in Champenay (Elsass) große Kirchenfenster, die den emotionalen Aspekt der Kunst Quintes bezeugen und im Kontrast stehen zu den auf den ersten Blick harten und kühlen Farbflächen seiner Gemälde. Quinte offenbart in deinen Kirchenfenstern, dass auch eine so abstrakt-konkrete Kunstrichtung Raum für Emotion und Vieldeutigkeit bietet.

    „Je mehr es mir gelingt, zu reduzieren, desto eindeutiger wird das Bild. Ich habe immer die Ruhe in der Bewegung, die Implosion der Farbe statt der Explosion gesucht.“

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