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Künstlerische Perfektion, Minimalismus und puristische Ästhetik – Kunstwerke von Ralph Kerstner: Skulpturen, Prägegrafiken

One Artist Show, Messe Karlsruhe, Ralph | Fils Fine Arts

Unsere One Artist Show von Ralph Kerstner auf der Art Karlsruhe 2020

Ralph Kerstner vor seinem Werk | Fils Fine Arts

Vita von Ralph Kerstner

Schon immer liebte Ralph Kerstner (1953) die Herausforderung, Dinge umzusetzen, die vermeintlich nicht umsetzbar sind. Dieser Ehrgeiz gepaart mit großer Expertise in Bezug auf Werkstoffe und Fertigungsverfahren führte ihn vom erfolgreichen Unternehmer zum technisch brillanten Künstler.

Als Schüler von Merja Herzog-Hellsten an der "Hochschule für Bildende Künster, Städelschule" in Frankfurt, tauchte Kerstner gänzlich in die Welt des kreativen Schaffens ein. Das Wissen, was er sich als Ingenieur aneignete, kommt ihm heute bei der Umsetzung seiner gewagten Kunst-Objekte zugute. Permanent lotet Ralph Kerstner in seinen Entwürfen die Grenzen des Materials aus und überschreitet mit selbst erschaffenen Fertigungsverfahren alles schon Dagewesene.

Mit großem künstlerischen Gespür schafft Kerstner Werke purer Ästhetik und handwerklicher Perfektion, die je nach Betrachtungswinkel und Licht immer wieder neu überraschen.

Neben Skulpturen aus farbig leuchtendem Plexiglas gehören die weiß-weißen Bilder zu den bekanntesten Werken von Ralph Kerstner. Die Farbe Weiß hat die Fähigkeit Dinge auf das Wesentliche zu reduzieren und Ablenkung auszuschließen. Die dreidimensionalen Prägungen seiner Werke rücken dabei ins Zentrum. Prägungen und Dreidimensionalität sind auch bei Künstlern wie Günther Uecker oder Lucio Fontana zu finden, doch das Merkmal Ralph Kerstners Prägegrafiken ist die Perfektion, die bestechende, prägnante Kunstwerke entstehen lässt.

 

Ralph Kerstners Kunst und Inspiration

Ralph Kerstner gehört zu der Generation von Künstlern die ihren Platz in der konkreten Kunst zwischen Minimalismus und ZERO gefunden haben. Der Künstler fertigt mehrdimensionale Prägungen und schwebende Strukturen auf weißem Büttenpapier, die von der klaren Formensprache des Minimalismus und der Zero-Kunst inspiriert sind. Seine zwischen Präzision und künstlerischer Freiheit schwebenden Werke entstehen in einem technisch-künstlerischen Prozess. Das Streben nach schematischer Klarheit und der Reduktion auf essentielle Grundstrukturen lässt sich in den Papierarbeiten und Skulpturen von Ralph Kerstner wiederfinden.

 

Der Künstler im Interview mit Alexander Fils

1) Was war das Wichtigste, das Sie von Ihren Professoren an der Städelschule gelernt haben?:
Es waren 4 wesentliche Punkte: 1. Dinge, Gegenstände, Lichtsituationen, Details genau anzusehen (und zu analysieren). 2. Ideen und Motive für zu erstellende Werke von allen Seiten zu betrachten, auch gedanklich. Schon in der Phase des Planens und der Überlegungen zur Ausführung eine zu erlangende Perfektion einzubeziehen. 3. Noch vor der Ausführungsphase eine große Zahl von Studien und Versuchen zu fertigen, bis kein Zweifel mehr am perfekten Gelingen besteht. 4. Der 4. Punkt erschloss sich mir zufällig, als ich japanische Papierarbeiten studierte und mit der Philosophie des „Kaizen“ in Kontakt kam. Den Kernsatz habe ich hier so verstanden: „Was auch immer du tust, tue es mit Bedacht, größter Sorgfalt und voller Konzentration...“

2) Wie demokratisch kann Kunst sein?:
Die Kunst wurde zu allen Zeiten und auch in nicht demokratischen Staatsformen als wirksames Werkzeug für mehr oder weniger offene Kritik eingesetzt. Jeder Mensch, der die Freiheit schätzt, weiß wie wichtig Demokratie ist. Deshalb ist die Kunst wichtig, um zu helfen die Demokratie zu unterstützen oder für die Durchsetzung von Demokratie und Menschenrechten einen Beitrag zu leisten. Manchmal entdeckt man die Kritik in den Werken alter Meister versteckt, manchmal auch ganz unverhohlen. Es ist ein Treibstoff für Freiheit und Demokratie.

3) Was ist die Kraft der Kunst?:
Ich glaube, die Kraft der Kunst liegt im Subtilen: Was macht sie mit uns? Bewegt sie uns? Erfreut sie uns „nur“? Bringt sie uns zum Nachdenken? Werden Assoziationen geweckt? Bei Kunst, die mir gefällt, passiert das alles.

4) Muss man Kunst verstehen oder erspüren?:
Ich glaube, beides ist richtig. Oft versteht man vielleicht nicht alles oder will es gar nicht wahrhaben, wie es sich zu vermitteln scheint. Dann kommt die Emotion, das Gespür ins Spiel. Die Kombination und das Vermögen zu mischen und abzuwägen zeichnet uns Menschen wahrscheinlich aus...

5) Muss ein Künstler wütend oder aggressiv sein?:
Ich glaube nicht, dass diese beiden Gemütszustände als unabdingbare Basisemotionen Grundvoraussetzung bei der Erschaffung von Kunst sind. Sie können vielleicht dazu dienen, formelle und höfliche Konventionen abzulegen und sind im Kontext oft nachvollziehbar und verständlich, wenn man die Gründe beleuchtet, die zu Wut und Aggression geführt haben. Dennoch glaube ich, dass diese Gefühle der sachlichen Betrachtung und dem konstruktiven Vorschlag im Wege stehen können. Manchmal wird Wut auch als moralisch berechtigtes, hohes Niveau einer scharf formulierten Kritik geduldet oder sogar als angemessen erachtet. Vielleicht wird das bessere Ergebnis jedoch mit weniger Wut und mit weniger Aggression in der Formulierung erreicht. Ein ruhiger Kopf denkt klarer. Vielleicht sollte man öfter auch Philosophie gegen Ideologie in der Argumentation zulassen. Ganz ohne Wut und Aggression.

6) Kann man über die Kunst reden oder sie nur ansehen?:
Vermutlich beides. Man sollte die Kunst aber unbedingt gesehen haben, bevor man darüber redet oder sie gar beurteilt. Darüber zu reden und somit das Gespräch vielleicht mit einem kompetenten Partner über ein Werk zu führen, eröffnet oft neue Sichtweisen oder Erkenntnisse. Häufig verändern auch Fakten, die einem vorher nicht bekannt waren, neue Blickwinkel.

7) Darf Kunst langweilig sein, bzw. sich wiederholen?:
Manchmal präsentiert sich Kunst im ersten Augenschein als beeindruckend, ja sogar spektakulär. Bei näherer Beschäftigung mit einem Werk fällt aber manchmal auf, dass einem doch Einiges der Strategie in der Konzeption und Komposition schon mal begegnet ist. Das Werk kann bei genauerer Betrachtung beliebig, ja langweilig erscheinen. Die neue Idee fehlt einfach... auch das Charisma. Das Werk versucht durch Effekte aufzufallen. Bestechen kann es aber nicht. Der Künstler bedient sich des Spektakulären, Krawallartigen der frontalen Wirkung. Die Wiederholung ohne irgendwelche Anzeichen einer Entwicklung würde ich persönlich ebenfalls der Kategorie „langweilig“ zuordnen.

8) Wann ist ein Kunstwerk fertig?:
In Wirklichkeit wohl nie oder selten. Dies fällt auf, wenn man sich zeitlich nachfolgende Werke großer Meister ansieht. Oft bemerkt man eine Entwicklung oder glaubt gar eine Veränderung der geistigen Haltung des Künstlers zu entdecken. Werke großer Künstler wurden oft von den Meistern selbst übermalt. Das Bessere musste dem Guten weichen. Manche Werke wurden tatsächlich nie fertig und erst der Tod des Meisters beendete den stetigen Verbesserungsprozess.
Vielleicht könnte man die gesamte Lebensleistung des Künstlers als Kunstwerk betrachten.

9) Von welcher Kunst, in welchem Museum oder Kunstmesse haben Sie sich irgendwann inspirieren lassen und was kann man von den Klassikern lernen?:
Im Stedelijk Museum Amsterdam, bekam ich neue Nahrung für meine Bewunderung der konkreten Kunst. Die Gruppe „De Stijl“ mit allen voran Theo van Doesburg hat es mir angetan. Auch die Arbeiten von Max Bill im Museum für Gestaltung in Zürich haben meine Neigung zum Minimalismus verstärkt. Konsequent und scheinbar kompromisslos kennzeichnen seine Werke das perfekte „Weglassen“ von allem Unnötigen, ohne dass etwas fehlen würde. Großartig! Die schlichte Ästhetik seiner Werke begeistert mich und fordert mich stets zu eigenen Interpretationen heraus. Natürlich darf ich auch den „Urvater“ der konkreten Kunst Kasimir Malewitsch nicht vergessen. Seine Entwicklung und auch die politischen –verzögert aufgetretenen– Reaktionen sind für mich beeindruckend, überraschend und wegweisend. Zu den von mir häufig frequentierten Museen gehören neben dem Städel auch das Museum für konkrete Kunst in Ingolstadt und der „Kulturspeicher“ in Würzburg mit seiner sorgfältig kuratierten Sammlung Konkreter Kunstwerke.

10) Welche Kunst halten Sie für überschätzt?:
Für überschätzt halte ich beispielsweise die Arbeiten von Leon Löwentraut. Mir gefällt nicht, wenn hinter einem angeblichen Genie ganz unverhohlen ein arg professionelles Marketing in Intensivform protzt. Jeff Coons ist da natürlich auch ein Beispiel. Riesige Nachbildungen von Luftballons in Hunde– oder Hasenform aus tonnenschwerem Edelstahl sind nach meinem Dafürhalten auch weniger Kunst als mehr Spektakel und Effekt. Vielleicht ist es aber doch eine Form von Kunst –wenn auch überbewertet- die mich zum Schmunzeln bringt und über so viel Schlitzohrigkeit, Humor und Dreistigkeit Erfolg erzwingt. Ich erkenne es neidlos an...

11) Sind Künstler in irgendeiner Form Diktatoren?:
Manche schon. Sie geben ihre ganze Kraft, um den Betrachter davon zu überzeugen, wovon sie selbst überzeugt sind. Hier entwickelt sich manchmal ein Szenario, was keine Alternative duldet. Ich glaube, ich male hier vielleicht zu schwarz. Aber wie immer im Leben: es geht auch anders. Günther Uecker zum Beispiel ist fast jedem bekannt, als „der mit den in Papier geprägten Nägeln“... Schaut man genauer hin, setzt er hier vielleicht einen Schwerpunkt, ausschließlich ist er darin aber nicht. Ein Künstler, der Alternativen interessant findet, erarbeitet und zur Diskussion stellt, ist ganz sicher kein Diktator.

12) Spielt Geld bzw. der erzielte Preis für eines Ihrer Werke für Sie eine besondere Rolle und sollten Künstler von Ihrer Kunst leben können?:
Der wirtschaftliche Erfolg eines Künstlers und dessen Kunst sagt meiner Ansicht nach noch nicht zwingend etwas über die Qualität aus. Ich kenne Künstler, die sich vom Opportunismus verführen lassen, weil Sie und Ihre Familien davon leben müssen. Sie wiederholen auch gerne Werke, die erfolgreich waren. Ich halte das für legitim. Aber selbst deren eigene Beurteilung lässt Zweifel erkennen, ob dieser sanfte Druck der guten Verkäuflichkeit die Qualität der Kunst fördert. Diesen Effekt gibt es vielleicht auch zugunsten des Beifalls vom Publikum. Hier ist es nicht das Geld, das lockt sondern die Anerkennung. Wenn man es erkennt und diese Erkenntnis zulässt, wächst die Chance, doch wieder das zu tun, was die größte Freude macht, dem Entdeckergeist freien Lauf lässt sowie Freiheit und Gelassenheit die Priorität einräumt. Natürlich spielt bei dieser Künstlerspezies (ich selbst zähle mich zu diesen Leuten, die den Applaus lieben) das Geld schon auch eine bedeutende Rolle. Einerseits als Indikator, anderseits ist Geld aber auch der Treibstoff für die Entwicklung neuer Projekte. Daher ist das Geld wichtig.

13) Wie viel Licht, bzw. welche Beleuchtung benötigt Ihre Kunst?:
Meine Kunst saugt Licht begierig auf und erstrahlt dann in einer Pracht, die mich immer wieder an eine Blüte in der Sonne erinnert. Es kommt hier aber überhaupt nicht darauf an, aus welcher Richtung und aus welcher Quelle das Licht stammt. Die geringste Veränderung der Richtung oder der Intensität oder Farbe des Lichtes lässt das Bild mit seinen teilweise starken Reliefs oft völlig verändert wirken. Selbst bei sehr wenig Licht sieht man die Strukturen noch immer schemenhaft und das Bild strahlt eine gewisse Magie aus, die weit über die vielen Schattierungen und Grautöne hinausgeht. Dies gilt natürlich noch extremer für meine Skulpturen, die sogar, wenn sie von Mondlicht beschienen werden, fast unwirklich strahlen.

14) Ist Kunst zu schaffen für Sie Arbeit oder Teil Ihres Lebens?:
Nur die abendliche Müdigkeit scheint ein Indikator dafür zu sein, dass meine Kunst auch etwas mit Arbeit zu tun hat. Wenn die Arbeit getan ist und ein neues Werk fertiggestellt ist, vergesse ich die Mühe, die Fehlschläge und Zweifel. Die Kunst ist Lebensqualität und Lebensfreude. Sie ist ein entscheidender Teil meines Lebens.

15) Warum machen Sie Kunst?:
Mein Elternhaus war voller Kunst. Mein Urgroßvater und Großvater lebten von künstlerischen Berufen und auch von der Kunst. Mein Vater hatte dieses Talent geerbt und war als Keramik-Ingenieur ständig mit der Kunst konfrontiert. Die Kunst und die Gespräche darüber begleiteten meine Jugend. Das Gestalten und kreativ sein war dann auch immer meine Leidenschaft. Die Faszination für Technik verband ich dann mit der Kreativität. Ich wurde Maschinenbauer und belieferte weltweit die Autoindustrie. Nachdem ich meine Firma vor etwa 10 Jahren verkauft habe, wollte ich mich nur noch mit Dingen beschäftigen, wozu mir bis dahin die Zeit fehlte: Für die Kunst. Ich besuchte die Städelabendschule und nahm darüberhinaus Privatunterricht bei Professoren und Dozenten, bei denen ich auch meine Liebe für die konkrete Kunst vertiefte; insbesondere habe ich mich mit der Komposition auseinandergesetzt. Bereits meine erste Semester-Abschlussarbeit erschien - zu meiner völligen Überraschung - im Kulturteil der FAZ. Jetzt entschied ich mich Künstler zu werden und gab meine ganze Kraft für die Kunst. Warum mache ich Kunst? Ich bin ein Mensch, der die Grenzen des Machbaren erkundet, der Schönheit und Ästhetik liebt und den es fasziniert, dass bei der Kunst nur das Denken die Grenzen setzt.

16) Was ist der ideale Platz für Ihre Kunst?:
Meine Kunst lebt vom Licht in allen Facetten, allen Richtungen und in allen Tönen. Seitliches Licht verwandelt die Struktur der Arbeiten zum Relief und zu Wandskulpturen. Die Ruhe, Kraft und Ausstrahlung der Bilder eignet sich für fast alle Räume, sowohl im privaten als auch öffentlichen Bereich. Die Arbeiten hängen in privaten Räumlichkeiten, Vorstandsetagen und Büros. Die thematische Neutralität der Werke macht sie für eigentlich alle Bereiche einsetzbar.

17) Welchen Traum möchten Sie in Ihrem Leben und /oder Ihrer Kunst noch erfüllen, bzw. gibt es ein noch nicht realisiertes Kunstwerk, über das Sie schon nachdenken?:
Träume können einen großen Anteil an Unrealistischem beinhalten. Ich gestalte gerne die Realität...internationaler Erfolg allerdings ist für mich ein Traum, den ich gerne umsetzen möchte. Aber natürlich gibt es bei mir eine ganze Reihe traumhafter Projekte - mein Skizzenbuch ist voll davon.

 

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