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Christo und Jeanne-Claude

Die Sensibilität für die Handhabung von großen Stoffbahnen ist bei Christo wahrscheinlich schon in seiner Jugendzeit in Bulgarien entstanden, als er in der Textilfabrik seines Vaters zwischen den Stoffballen laufen konnte und davon schon Zeichnungen anfertigte. Später musste er als Student der Kunstakademie in Sofia im Auftrag der Kommunistischen Partei entlang der Orient-Express-Eisenbahnstrecke verfallene Dörfer »verstecken« oder als Idylle inszenieren und lernte so in großen Landschaftsdimensionen zu denken.

Christo und Jeanne-Claude haben sich immer als positiv denkende Menschen bezeichnet, die sich von ihren großen öffentlichen Werken für die Besucher eine aufregende Ablenkung von den trivialen Sorgen des Alltags erwarteten und ihre Kunst als Demonstration poetischer Freiheit sahen.


Biografie

Christo: geboren am 13.06.1935 in Gabrovo, Bulgarien, Geburtsname: Christo Javacheff

Jeanne-Claude: geboren am 13.06.1935 in Casablanca, gestorben am 18.11.2009 in New York, Geburtsname: de Guillebon

Wolfgang Volz: geboren am 17.01.1948 in Tuttlingen geboren, seit 1971 fotografiert er exklusiv alle Werke.

  • - 1952 Jeanne-Claude: Baccalaureat in Latein und Philosophie an der Universität in Tunis
  • - 1953-56 Christo: Studium an der Akademie der Künste in Sofia. 1956 Ankunft in Prag
  • - 1957 Christo kommt nach Paris. Erste Pakete und Verhüllte Objekte - 1960 Geburt ihres Sohnes Cyril am 11. Mai
  • - 1961 Verhüllungen von Fässern im Hafen von Köln
  • - 1962 Eiserner Vorhang in der Rue Visconti aus Ölfässern
  • - 1964 Christo, Jeanne-Claude und Cyril nehmen ihren festen Wohnsitz in New York City
  • - 1968 Verhüllung eines öffentlichen Gebäudes: Kunsthalle Bern, 5.600 Kubikmeter und 85 Meter hohes Paket für die documenta 4, Kassel
  • - 1969 Verhülltes Museum für zeitgenössische Kunst in Chicago und Verhüllte Küste, Little Bay, 92.900 qm, Sydney, Australien

    - 1971 Verhüllte Fußböden im Haus Lange, Krefeld
    - 1972 Valley Curtain, Grand Hogback, Rifle, Colorado, 1970-72, Breite: 381-417 m, Höhe: 56-111 m
    - 1974 Die Mauer, Verhüllte Römische Mauer
    - 1976 Laufender Zaun, Sonoma and Marin Counties, Kalifornien 1972-76, 5,5 m hoch und 39,4 km lang, 200.000 qm Nylongewebe, 145 km Stahlkabel, 2.050 Stahlpfähle
    - 1978 4,5 km Verhüllte Parkwege, Loose Park, Kansas City, Missouri, 1977-78, 12.542 qm Gewebe
    - seit 1979 In Vorbereitung: Die Mastaba von Abu Dhabi, Projekt für die Vereinigten Arabischen Emirate

    - 1983 Umsäumte Inseln, Biscayne Bay, Greater Miami, Florida, 1980-83, 603.850 qm pinkes Gewebe
    - 1984 Verhüllte Fußböden und Treppen des Architekturmuseums in Basel, Schweiz
    - 1985 Verhüllte Pont Neuf, Paris, 1975-85, 40.876 qm champagnerfarbenes Polyamidgewebe, 13.076 m Seil

    - 1991 Die Schirme, Japan - U.S.A., 1984-91, 1.340 blaue Schirme in Ibaraki, Japan; 1.760 gelbe Schirme in Kalifornien, USA , Höhe: 6 m, Durchmesser: 8,7 m
    - seit 1992 In Vorbereitung: Über dem Fluss, Projekt für den Arkansas Fluss, Colorado, USA
    - 1995 Verhüllte Böden und Treppen und verhängte Fenster, Museum Würth Künzelsau; Verhüllter Reichstag, Berlin, 1971-95, 100.000 qm Gewebe, 15.600 m Seil und 200 Tonnen Stahl
    - 1998 Verhüllte Bäume, Fondation Beyeler und Berower Park, Riehen, Schweiz,
    - 1997-98, 178 Bäume verhüllt mit 44.000 qm Polyestergewebe und 19.400 m Seil
    - 1999 The Wall, Gasometer, Oberhausen, 1998-99, 13.700 Öllfässer gestapelt zu einer 68 m breiten Wand

    - 2001 Retrospektive im Martin-Gropius-Bau in Berlin
    - 2005 The Gates, 1980-2005, Central Park, New York City
    - 2010 Offenlegung und weltweite Befragung der US Regierung zum Arkansas River Projekt
    - 2013 The Big Air Package, Gasometer Oberhausen

Ausstellungen in Museen in den letzten Jahren

Metropolitan Museum, New York / Martin-Gropius-Bau in Berlin / Smithonian Institution, Washington / Kunsthalle Rostock / Museum Würth, Schwäbisch-Hall / Kunstmuseum Bonn / Max Ernst Museum Brühl / sowie in Denver, Lissabon, Turin, Oberhausen, Turnhout, Brescia, Lausanne

Christo: »Diese Projekte, die nur für kurze Zeit bestehen, sind alle fröhlich und erzeugen gute Stimmung. Nicht, weil ich glaube, dass Kunst immer erfreulich sein muss, aber das ist eben meine Natur. [...]« und Jeanne-Claude ergänzte: »Kinder können sich über unsere Arbeiten genauso freuen wie alte Leute und auch ganz gleich welcher Herkunft.«

Literatur

  • Schellmann, Jörg; Benecke, Josephine (Hrsg.): Christo und Jeanne-Claude. Prints and Objects

  • Catalogue Raisonné 1963 - 2013, Ostfildern 2013

  • Chernow, Burt: Christo und Jeanne-Claude - Eine Biografie, Köln 2000

  • Koddenberg, Matthias: Christo and Jeanne-Claude. Frühe Werke 1958-64, Bönen 2009

  • Goldberger, Paul; Volz, Wolfgang: Christo and Jeanne-Claude, 75, Köln 2010