Jetzt unverbindlich beraten lassen. Wir helfen Ihnen gerne weiter! 0211 672063

Rosemarie Trockel Biografie

Geboren: 13. November 1952 Schwerte/Westfalen

Nach einem Studium der Malerei an der Kölner Werkkunstschule 1974-78 macht Rosemarie Trockel ihre ersten künstlerischen Schritte in unmittelbarer Nachbarschaft der Künstlergruppe 'Mühlheimer Freiheit'. Ihre Arbeiten sind weder auf eine künstlerische Gattung beschränkt, noch lassen sie sich auf eine Stilrichtung festlegen. Die Zeichnungen, Bilder, Videos, Skulpturen und Objekte, die seit Beginn der 1980er Jahre parallel entstehen, verbindet inhaltlich die immer wiederkehrende Thematisierung spezifisch weiblicher Perspektiven sowie der Funktion gesellschaftlich und kulturell geprägter Symbole und Kodierungen. Die Zeichnung, der sie sich während ihrer Ausbildung nahezu ausschließlich widmet, bleibt bis heute ein eigenständiger Bereich innerhalb ihres künstlerischen Schaffens, wobei hier oftmals Zeichen oder Situationen entwickelt werden, die in den dreidimensionalen Arbeiten, mit denen die Künstlerin um 1981 beginnt, eine direkte Umsetzung erfahren. Die äußerliche Heterogenität der Skulpturen und Objektassemblagen scheint Programm, denn Trockel sucht nach visuellen Gestaltungen und Materialitäten, die als starke Ausdrucksträger fungieren können. Dabei benutzt sie häufig auch Fundstücke oder bezieht vorgefertigte Gegenstände mit ein. Ab Mitte der 1980er Jahre, entstehen die Strickbilder und Strickobjekte, mit denen sie international bekannt wird. Trockel wählt bewusst ein Medium, das gemeinhin mit typischer Frauenarbeit assoziiert wird. Dieses negativ befrachtete Klischee konfrontiert sie zum einen mit der mechanischen Herstellungsweise durch die Strickmaschine, zum anderen mit der Wahl der am Computer entworfenen Zeichen: Hammer und Sichel, Playboy-Bunnies oder Firmensignets überziehen die wie Leinwände aufgespannten Strickbilder oder zieren Kleidungsstücke. Mit den 1990er Jahren gewinnt der Videofilm, ein zuvor im Kontext ihres Gesamtwerkes eher marginales Medium, zunehmend an Bedeutung. Wesentlich für Trockels Arbeiten ist ihre aus dem musealen Kontext herrührende Präsentationsform: Die Vitrinen, Sockel, Kartonagen oder Hänge- und Stellvorrichtungen zeichnen sich durch handwerkliche Präzision und schlichte Funktionalität aus. Neben zahlreichen Beteiligungen an Gruppenausstellungen im In- und Ausland erhält Trockel repräsentative Werkschauen 1985 im Rheinischen Landesmuseum in Bonn, 1988 im Museum of Modern Art, New York und in der Kunsthalle Basel. 1997 ist sie in Zusammenarbeit mit Carsten Höller bei der dokumenta X in Kassel vertreten.

Auszeichnungen (u.a.):
2008: Kunstpreis Düsseldorf
2010: Peter-Weiss-Preis, Bochum

Literatur (Auswahl):
Friedel, Helmut (Hg.): Rosemarie Trockel, Katalog Kunstbau Lenbachhaus. Köln 2000.
Haldemann, Anita; Schreier, Christoph (Hg.): Rosemarie Trockel, Zeichnungen. Katalog Kunstmuseum Basel, Kunstmuseum Bonn. Ostfildern 2010.