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Markus Lüpertz Biografie

Geboren am 25.04.1941 in Liberec/Böhmen (heute Tschechische Republik)

1948 Flucht der Familie in den Westen. Lüpertz wächst im Rheinland auf
1956-61 Studium an der Werkkunstschule in Krefeld und Kunstakademie Düsseldorf
1970 Einjähriger Aufenthalt in der Villa Romana in Florenz
seit 1974 Lehrtätigkeit an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
1986-2010 Rektor an der Kunstakademie Düsseldorf

Siegfried Gohr über Markus Lüpertz: 1962 begann für Lüpertz der entscheidende neue Werkabschnitt, den er als ‚dithyrambische Malerei‘ deklariert hat. Das bezieht sich auf die späten Hymnen Nietzsches, die Dionysos, dem rätselhaften Gott innerhalb der antiken Götterwelt, gewidmet sind. Die Motive, anhand derer Lüpertz seine neue Malerei entwickelte, blieben dennoch denkbar einfach, ja alltäglich. Die bescheidenen Verhältnisse im Nachkriegs-Deutschland ließen Lüpertz nicht ruhen, bis sie in eine poetische, überschwängliche Schwingung versetzt waren. [...] Lüpertz ist jemand, der auf die historische Situation einer zerstörten Erde und Tradition nach dem Krieg mit seismografischer Empfindlichkeit reagierte. Lüpertz gehört in seine Zeit und zieht sich doch zugleich von jeder modischen Vereinnahmung durch seine Zeit zurück. [...] Lüpertz weist auf eine Vision jenseits der Darstellbarkeit durch die Malerei hin, er lenkt den Blick dorthin, von wo Dichter, Propheten, Denker ihre Systeme und Entwürfe für den Menschen entwickelt haben, vom Himmel, im wörtlichen wie übertragenen Sinne. [...] In dem Augenblick, da die Malerei zu einem neuen Instrument der Wirklichkeitsaneignung für eine jüngere Generation zu werden scheint, die sich von der Konzeptkunst abwendet, sucht Lüpertz in der Antike und in romantisch-realistischen Strategien der Malerei, wie er sie auch bei Courbet finden konnte, einen Widerpart.

Einzelausstellungen seit 1964 u.a. in:
Berlin, Köln, Baden-Baden, Hamburg, London, New York, München, Paris, Eindhoven, Straßburg, Zürich, Salzburg, Wien, Rotterdam, Turin, Mailand, Brüssel, Madrid, Luxemburg, Bonn, Karlsruhe, Mannheim, Düsseldorf, Bozen, Philadelphia, Künzelsau, Valencia

Literatur:
Schmidt, J.-K.; Hofmaier, J.: Markus Lüpertz: Werkverzeichnis 1960-1990 Druckgrafik, Stuttgart 1991
Markus Lüpertz: Gemälde, Skulpturen, Katalog Kunstsammlung NR W Düsseldorf, Ostfildern 1996
Gohr, Siegfried: Markus Lüpertz, Barcelona, Köln 2001
Weber, C. Sylvia (Hrsg.): Markus Lüpertz – Malerei, Zeichnung, Skulptur, Museum Würth, Künzelsau 2002
Lüpertz, Markus; Ronte, Dieter: Dädalus, Düsseldorf 2003
Markus Lüpertz, Der Kunst die Regeln geben. Ein Gespräch mit Heinrich Heil, Zürich 2005