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Joseph Beuys Biografie

Geboren: 12.05.1921 Krefeld
Gestorben: 23.01.1986 Düsseldorf

1946 Anschluss an Klever Künstlergruppe um Maler Hans Lammers;
1946-53 Studium an Staatlicher Kunstakademie Düsseldorf in
Monumentalbildhauerei, bei Joseph Enslin u. Ewalt Mataré
(Meisterschüler ab '51)
1958-59 Schaffung des „Ehrenmal der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs“ im Alten Kirchturm in Meerbusch-Büderich
1958 erstmaliger Einsatz der Materialien Fett und Filz
1961 Beginn Lehrtätigkeit an der Kunstakademie Düsseldorf in "monumentaler Bildhauerei"
1963 "FESTUM FLUXORUM FLUXUS Musik und Antimusik - Das instrumentale Theater" in der Kunstakademie mit großer Öffentlichkeit
1964 Teilnahme Documenta III in Kassel
1972 trotz aller Warnungen seitens der Akademie nimmt Beuys erneut alle abgelehnten Akademie-Bewerber auf und besetzt mit diesen die Kunstakademie; Beuys wird vom Wissenschaftsminister Johannes Rau fristlos erlassen; Studenten protestieren mit Akademieboykott und Hungerstreik; weltweit gibt es öffentliche Reaktionen, die eine Wiedereinstellung Beuys fordern, so von Künstlerkollegen wie Heinrich Böll, Peter Handke, Jim Dine, David Hockney, Gerhard Richter oder Günther Uecker; Beuys tritt in einen jahrelangen Rechtsstreit; als Ergebnis darf er sein Atelier in der Kunstakademie behalten
1980 Eröffnung der "Free International University" in seinem Atelier

Beuys - einer der international wirksamsten Künstler des 20. Jahrhunderts - kann als künstlerisches Multitalent bezeichnet werden. Er war Bildhauer, Zeichner und vor allem Aktionskünstler, dessen Happenings seinerzeit sehr umstritten waren und öffentliches Aufsehen erregten. Auch als Kunsttheoretiker hat sich Beuys einen Namen gemacht. In seinen Werken befragt er den Humanismus und die Sozialphilosophie nach ihren Potentialen und Grenzen. Vor diesem Hintergrund entwickelte Beuys einen erweiterten Kunstbegriff und spricht Ende der 1970er Jahre von der "Sozialen Plastik", die ein Mitwirken an Gesellschaft und Politik einfordert. Beuys war Lehrer von sehr unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten, von denen später einige Berühmtheit erlangten, wie Felix Droese, Katharina Sieverding, Jörg Immendorff oder Blinky Palermo.
Ausstellungen seit 2000 (Auswahl):
Museum für Gegenwart (Berlin, 2008), Peggy Guggenheim Collection (Venedig, 2007), MUMOK (Wien, 2006), Tate Modern (London, 2005), Museum Ludwig (Köln, 2004), ZKM (Karlsruhe, 2003), Kunsthaus (Zürich, 2002), Biennale Venedig (2001), Museion Bozen (2000)
Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl):
Kaiser-Wilhelm-Museum Krefeld, Staatlichen Graphischen Sammlung München, Hamburger Bahnhof Berlin, Kunstmuseum Bonn, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Düsseldorf, Museum Ludwig Köln, Städel Frankfurt, Centre Georges Pompidou Paris, MoMA New York
Literatur (Auswahl):
- Susanne Anna (Hrsg.): Joseph Beuys, Düsseldorf, Ostfildern 2008.
- Johannes Stüttgen: Beuys: der ganze Riemen 1966-1972, Köln 2008.
- Eva Beuys (Hrsg.): Joseph Beuys. Das Geheimnis der Knospe zarter Hülle,
München 2000.
- Jörg Schellmann: Joseph Beuys. Die Multiples. Werkverzeichnis der Auflagenobjekte
und Druckgrafik, München 1992.
- Heiner Stachelhaus: Joseph Beuys, Düsseldorf 1987.