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Emil Nolde Biografie

Geboren: 07.08.1867 Nolde/Nordschleswig

Gestorben: 13.04.1956 Seebüll/Schleswig-Holstein

 

Ursprünglich heißt der Künstler Emil Hansen, benennt sich aber ab 1901 nach seinem Geburtsort. Bereits früh zeigt sich das künstlerische Talent des zarten Landjungen. 1884 wird er in Flensburg Lehrling in einer Möbelwerkstatt, später besucht er dort bis 1888 die Sauermannsche Schnitzschule. 1889/90 studiert Emil Nolde an der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe. 1890/91 ist Nolde in Berlin. 1892 erhält er eine Anstellung als Zeichenlehrer an der Schule des Industrie- und Gewerbemuseums in St. Gallen.
1898 beginnt er daraufhin in München ein Malereistudium in der Malschule von Friedrich Fehr, 1899 besucht er die Hölzel-Schule in Dachau. 1899/1900 ist Emil Nolde in Paris, wo er die Académie Julian besucht. Ab 1901 hat Nolde ein eigenes Atelier in Berlin. Er erkrankt an Tuberkulose, verbringt die Jahre bis 1913 in den Sommermonaten immer wieder auf dem elterlichen Hof in Nordschlesien, in Jütland, auf der Insel Alsen. 1904/05 reist er nach Italien.
1906 wird Emil Nolde Mitglied der "Berliner Secession". Ebenfalls 1906 findet in der Galerie Arnold in Dresden mit Werken Emil Noldes statt, durch die die "Brücke"- Künstler auf ihn aufmerksam werden und den Kontakt zu ihm suchen. Nolde schließt sich der Künstlergemeinschaft "Brücke" an, ist jedoch zu sehr Einzelgänger und trennt sich 1907 wieder von ihr.
1911 ist Nolde Mitglied der "Neuen Berliner Secession". 1913/14 unternimmt Nolde mit seiner Frau Ada eine Südseereise, während der auf dem gesamten Reiseweg eindrückliche Skizzen und Aquarelle der Menschen entstehen. 1916 zieht der Künstler nach Utenwarf. 1926 übersiedelt Emil Nolde mit seiner Frau nach Seebüll, wo er sich ein Atelierhaus baut. Mit dem Umschwenken der Kulturpolitik bleibt auch Nolde nicht verschont und wird 1933 als entarteter Künstler verfemt. Er wird aus der Preußischen Akademie der Künste ausgeschlossen, wo er seit 1930 Mitglied ist. 1.052 seiner Werke werden aus deutschen Museen entfernt, zudem erhält er 1941 Malverbot.
In den darauffolgenden Jahren bis zu seinem Tod arbeitet Emil Nolde an vorwiegend kleinformatigen Aquarellen, die er die "Ungemalten Bilder" nennt. Über 1.300 Blätter entstehen, Landschaften, Figurenbilder, Blumenstillleben in intensiven leuchtenden Farben. Nolde ist ein begnadeter Kolorist. Das Atelier- und Wohnhaus wird 1956 als "Stiftung Ada und Emil Nolde" zu einem Museum umgestaltet.

 

Literatur (Auswahl):

Reuther, Manfred: Emil Nolde. Leben und Werk. Köln 2010.
Schiefler, Gustav: Emil Nolde. Das graphische Werk. Die Radierungen. Köln 1966.
Schiefler, Gustav: Emil Nolde. Das graphische Werk. Holzschnitte, Lithographien, Hektographien. Köln 1967.