Jetzt unverbindlich beraten lassen. Wir helfen Ihnen gerne weiter! 0211 672063

Bernd Zimmer Biografie

Geboren: 06. November 1948 Planegg bei München

ab 1973 - 1979 Studium an der Freien Universität Berlin
1975 Aufenthalt in Mexiko und im Süden der Vereinigten Staaten von Amerika 
1977 betreibt mit Fetting,Middendorf und Salomé die "Galerie am Moritzplatz"
1982 Stipendium der Villa Massimo in Rom
Seit 1993 Gemeinsam mit Roland Hagenberg Herausgeber
des Künstlermagazins "PlantSÜDEN"

Fasziniert von der modernen mexikanischen Malerei der Muralisten um Diego Rivera beginnt Zimmer als Autodidakt mit der Malerei. Bereits in dieser frühen Phase sind die wesentlichen Charakteristika seines künstlerischen Schaffens festgelegt: die Vorliebe für große Bildformate, die Verwendung zumeist reiner Grundfarben, die ohne Vorzeichnung unmittelbar auf den Malgrund aufgetragen werden. Immer wieder greift Zimmer das Thema Landschaft auf, verarbeitet die Eindrücke seiner zahlreichen Reisen in groß angelegten Serien.

Bernd Zimmer 2009 im Interview mit A. Koos

KOOS: Seit 1998 beschäftigen Sie sich intensiv mit dem Weltall, dem Kosmos. Daraus haben Sie eine umfassende Bildserie entwickelt, die parallel zu den Wüsten- und Südseebildern der letzten Jahre entstanden ist. Was verbindet diese unterschiedlichen Motive, wie kommen sie von der Wüste ins All?

ZIMMER: Auf meiner ersten Wüstenreise 1993 nach Libyen kam ich auf die Idee, Nachthimmel-Bilder zu malen. Verstärkt wurde dieser Wunsch zwei Jahre später während eines längeren Aufenthalts auf den Marquesas-Inseln in der Südsee. In diesen südlichen Breitengraden sieht man den Sternenhimmel besonders gut. Er wird nicht durch Wolken verdeckt, die Klarheit der Luft machen ihn deutlich sichtbar. Auf Reisen in diesen entlegenen Teilen der Welt hinterfragt man fast automatisch das All und die eigene Vorstellung des Universums. Alle Regionen haben ihren Ursprung in Wüstengebieten und setzten sich mit dem Kosmos, dem All oder mit dem, was ausserhalb unseres Erdendaseins ist, auseinander. Das Geistige, Religiöse wird, zumal in den monotheistischen Religionen, in den Himmel, in das unbekannte All verlegt.
Der Malerstandpunkt befindet sich also an einem rein fiktiven Ort.
Ich übertrage Erlebtes, in Abstraktion und Fiktion. Dahinter steckt der Wunsch, das erlebnisorientierte Bild von den Gegenständen zu befreien, aus dem Zusammenhang der Zentralperspektive auszusteigen und in die reine Farbmalerei einzusteigen. Die früheren Cosmos-Bilder, die den Blick von einem fremden Planeten ins All zeigen, werden noch von einer Horizontlinie gehalten. Später habe ich den Horizont vollkommen verschwinden lassen, als würde ich im All schweben. Diese Bilder leben von reiner Imagination.


Literatur

Koos, Anuschka (Hrsg.): Bernd Zimmer. Bilder auf Leinwand 1976 -2010, München 2011