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Arnulf Rainer Biografie

Geboren : 08.12.1929 in Baden bei Wien
1945 Reise nach Kärnten, malt Aquarelle von menschenleeren Landschaften
1947 besucht Kunstausstellung des British Council (Nash, Bura, Bacon, Spencer, Moore) - erste Begegnung mit zeitgenössischer Kunst; erste Porträts
1947-1949 Besuch der Staatsgewerbeschule in Villach
1949 wird an der Hochschule für Angewandte Kunst, Wien, aufgenommen, wo er allerdings nur einen Tag bleibt. 
Aufnahme an der Akademie der Bildenden Künste, Wien, die er ebenfalls nach kurzer Zeit verlässt.
1951 Besuch bei André Breton in Paris, danach Abkehr vom fantastischen Surrealismus. Interesse für Mikrostrukturen und Formzerstörungen.
1953-1954 erste Fotoposen; Beginn der strengen monochromen Schwarzbilder
seit 1953 Entstehung von Übermalungen u.a. auf Arbeiten von Sam Francis, Vedova, Mathieu und Vasarely
1965 figurativ-halluzinative Zeichnungen
1973 gestische Hand- und Fingermalereien
1981 Professur an der Akademie der Bildenden Künste in Wien
2000 Retrospektive im Kunstforum Wien
Arnulf Rainer: Die Übermalungen sind für mich dialektische Antipoden zu meinen expressiven körpersprachlichen Arbeiten. Ich habe sie in den 50er und 60er Jahren betrieben. Aus ihnen entwickelten sich durch dauernde Weiterarbeit die >Zumalungen<. An den Rändern lugte noch das ursprüngliche Motiv hervor. Langsam verschwand es gänzlich. Nur mehr die vier Ecken des Bildgrunds blieben. Es war furchtbar schwer, sie gleichzeitig zu fixieren. Ich machte die Erfahrung, dass es das Schwierigste in der Kunst ist, an allen vier Ecken gleichzeitig zu malen. 

Dieter Ronte: Arnulf Rainer, der wohl bedeutendste Künstler Österreichs nach 1945, hat den Weg zwischen Emotion und Konstrukt, zwischen Psyche und Rationalität beschritten. Rainers Schaffen vollzieht sich gerne in Serien. Jedes gestellte Thema wird wieder und wieder durchgespielt, Variationen entstehen, die zugleich Unsicherheit, aber auch Positivierung und Kontrolle bedeuten. Quantität in hoher Qualität wird dokumentarisch erfasst, Zwischenstandpunkte werden bezogen, wieder verworfen, die Arbeiten werden wieder überarbeitet, die Bilder verändert; das Nichtakzeptieren des Jetzt als einen Zustand von bereits Vergangenem wird permanentes Streben. 

Einzelausstellungen seit 1951 u.a. in:
Klagenfurt, Berlin, Sein, Venedig, Düsseldorf, Karlsruhe, Tokio, München, Freiburg, Hamburg, Bremerhaven, New York, Paris, Innsbruck, Graz, Linz, Köln, Bern, Hannover, Eindhoven, London, Baden-Baden, Bonn, Aachen, Bochum, Malmö, Ulm, Münster, Oxford, Rotterdam, Mönchengladbach, Zürich, Turin, Lausanne, Grenoble, Montreal, Brüssel, Amsterdam, Krefeld, Kassel

Literatur:
Bayerische Staatsgemäldesammlungen (Hrsg.): Arnulf Rainer. Malerei im nackten Zustand ihrer Geburt, Katalog Neue Pinakothek. Ostfildern 2010
Katalog: Arnulf Rainer, Berlin, Bonn, Baden-Baden, Wien 1980/82
Schichten der Nacht. Arnulf Rainer - Victor Hugo, Köln 2001
Swiridorff, Paul: Arnulf Rainer, Katalog Museum Würth, Künzelsau 2001
v. Thoman, Klaus (Hrsg.): Arnulf Rainer - Kreuze, Köln 2001
Weber, C. Sylvia (Hrsg): Arnulf Rainer, Katalog zur Ausstellung Arnulf Rainer, Sammlung Würth und Privatbesitz im Museum Würth, Künzelsau, Künzelsau 2001